Sportler nach USA vermitteln. Als Sports Agent nach USA. Geht das?

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist alles erlaubt und es gibt viel weniger Vorschriften als im hochregulierten Deutschland? Ganz großer Irrtum! Gerade in den USA wimmelt es von Normen, die ein Spielervermittler/Berater (Sports Agent) beachten muss. In manchen Sportarten (zum Beispiel im American Football oder Eishockey) gibt es sogar knallharte Zugangsbeschränkungen, die in Deutschland so kaum einer gerichtlichen Überprüfung standhalten würden.  Der Grund: Die Profiligen sind hier sehr autonom und regulieren ihr Umfeld selbst (Stichworte: Draft, Uniform Player Contracts, Salary Caps). Diese Profiligen sind nicht vergleichbar mit den (schwachen) Sportverbänden in unseren Breiten, auch nicht mit einer nationalen Fußballliga. Die US-Ligen sind im Vergleich viel stringenter und zentraler organisiert. Die einzelnen Teams werden als Franchises vergeben (fast wie McDonalds- oder Starbucks-Filialen). Die jeweiligen Owner dieser Franchises müssen zentral vorgegebene Kriterien erfüllen und im laufenden Betrieb auch einhalten. Denn wenn sich ein Team in einer bstimmten Region dauerhaft nicht rechnet, dann zieht die Franchise eben in eine andere Stadt um.

Im Gegenzug – quasi als Notwehr – haben sich die Profispieler in Gewerkschaften (Player Unions) organisiert. Von beiden Seiten gibt es Anforderungen an Spielervermittler, Berater und Agenten. Bevor ein Athlet zum Profi wird, ist er oft High School oder College Athlet und somit im Netz der NCAA-Regularien (“NCAA Student Athlete Guide 2011“). Ein kleiner Fehler und der Athlet verliert seine “Eligibility”.

Und schließlich kommen in einigen Bundesstaaten noch gesetzliche Anforderungen hinzu, meist aus dem Blickwinkel des Verbraucherschutzes, des Gewerberechts oder der Steuerbehörden. Hier einige weitere wichtige Rules and Regulations von Ligen, Organisationen und Bundesstaaten: Ausschnitt einer Präsentation mit zahlreichen weiterführen Internet-Links aus der Vorlesung “Team- und Einzelsportmanagement” am der mhmk macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (die vollständigen Folien der Vorlesung hier)

Bernhard Schmeilzl, Rechtsanwalt (München) und Master of Laws (Leicester), ist Experte auf dem Gebiet Spielervermittlung und Sports Agent-Tätigkeit, auch im anglo-amerikanischen Umfeld sowie für das Thema College Sport-Stipendien für europäische Athleten.